Ringgenbach - St. Josef

  
 
Die heutige Filialkirche in Ringgenbach wurde in den Jahren 1889 bis 1890 erbaut und ist dem hl. Josef geweiht. Dieses relativ kleine Gotteshaus, heute ein Wahrzeichen von Ringgenbach, hat seinen Ursprung in einem Erbvermächtnis, bei dem im Jahr 1887 die verstorbene Pfarrhaushälterin Elisabetha Löhle ihr ganzes Vermögen ihrer Heimatgemeinde Ringgenbach mit der Auflage vermacht hatte, eine Kapelle nach dem römischen Kultus zu bauen und diese dem hl. Joseph zu weihen. Das Legat betrug 18.000,-- Goldmark, welches die Gemeindeverwaltung gerne angenommen hatte. Der damals bekannte Architekt Friedrich Wilhelm Laur aus Sigmaringen hatte die Pläne für dieses neugotische Bauwerk erstellt, dass dann mit dem damals bekannten Rengetsweiler Sandstein von 1889 bis 1890 erbaut wurde. Am 27. Oktober 1890 fand die Einweihung durch den damaligen Dekan Sayer aus Meßkirch statt. Bemerkenswert an dieser Kirche sind die beiden Giebelfronten, die mit grünlichem Schilfsandstein abgedeckt sind. Aus dem gleichen Sandstein ist die aufwändig gestaltete Portaleinfassung geschaffen. Im Inneren der Kirche fällt auf, dass neben dem Altar und dem Kirchengestühl auch die gesamte Langhausdecke und die Empore komplett aus Holz hergestellt sind. Die farbliche Gestaltung entspricht heute wieder der ursprünglichen aus dem Jahr der Einweihung. Der Altar inkl. der Josefs-Statue wurde von der Kunstwerkstätte Marmon in Sigmaringen gefertigt. Im Chorraum befindet sich auch eine Marienfigur, die aus dem 14. Jahrhundert stammen soll. Selten sind auch die vier auf Blechtafeln gemalten Ölgemälde, die das heilige Herz Jesu und Maria, sowie die hl. Elisabeth und den hl. Sebastian darstellen. Gemalt wurden diese Wandbilder im Jahre 1891 vom bisher noch unbekannten Maler Franz Anton Schmid aus Meßkirch. Der Kreuzweg ist dahingehend erwähnenswert, weil die Bilder Kopien von dem berühmten Kreuzweg des Kirchenmalers Gebhard Fugel sind, deren Einfassungen die Kunstwerkstätte Marmon im Jahr 1910 hergestellt hat. Zuletzt wurde die Kirche in den Jahren 2011 bis 2013 einer aufwändigen Außenrenovation unterzogen.