Innozenz XI.

Namenstage: Innozenz

Funktion: Seliger, Papst

Gedenktag: 12. August

Benedetto Odescalchi wurde am 19. Mai 1611 in Como/Italien geboren. Nach einer Erziehung durch Jesuiten studierte er in Rom und Neapel Rechtswissenschaften und Theologie. Der asketische und sittenstrenge Mann wurde zum apostolischen Pronotar ernannt, war anschließend Kardinaldiakon und wurde 1650 zum Bischof von Novara erhoben. Am 21. September 1676 wurde er als Innozenz XI. Nachfolger des am 22. Juli verstorbenen Papstes Clemens X.
Zu seinen ersten Maßnahmen gehörte eine Neuordnung der päpstlichen Behörden und der Finanzen. Eine seiner Hauptaufgaben sah Innozenz in der Abwehr der Osmanen (Türken) in Europa. Zu diesem Zweck bemühte er sich aktiv um Bündnisse der christlichen Fürsten in Europa und rief diese auf, eine »Heilige Liga« zu gründen. Nicht zuletzt durch seine massive finanzielle Unterstützung in Höhe von ca. 1, 5 Millionen Gulden gelang es, am 12. September 1683 Wien von der Belagerung der Türken zu befreien (dem folgte bald auch das Ende der Türkenherrschaft in Ungarn).
Während der gesamten Zeit seines Pontifikats lag Innozenz XI. im Zwist mit dem französischen König Ludwig XIV. (1643–1715). Die französische Staatskirche beanspruchte eigene Rechte für sich und wurde dabei von ihrem Regenten unterstützt, während Innozenz die Autorität des Heiligen Stuhls vehement verteidigte. Er weigerte sich, die von Ludwig XIV. ernannten Bischöfe anzuerkennen und verurteilte dessen Vorgehen gegen die Hugenotten nach der Aufhebung des Edikts von Nantes im Oktober 1685 (ab diesem Zeitpunkt war die calvinistische Religionsausübung in Frankreich illegal).
Seinen Höhepunkt fand der andauernde Konflikt 1689, als Innozenz den päpstlichen Botschafter aus Paris abzog, Ludwig XIV. im Gegenzug mit einer Invasion des Kirchenstaats und Innozenz ihm daraufhin mit der Exkommunikation drohte. Innozenz XI. starb am 12. August 1689 in Rom und wurde im Petersdom bestattet. Sein Nachfolger auf dem »Stuhl Petri« wurde am 6. Oktober Alexander VIII. (bis 1691).
Innozenz XI., der aus Sicht der Historiker der bedeutendste Papst des 17. Jahrhunderts war, wurde schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrt. Wegen des Widerstands Frankreichs verzögerte sich seine Seligsprechung allerdings bis 1956.

Darstellung: in päpstlichen Gewändern

Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit drei Querbalken)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010