Karl aus dem Hause Österreich wurde am 17. August 1887 als ältester Sohn von Erzherzog Otto und Maria Josepha Luise von Sachsen auf Schloss Persenbeug (Niederösterreich) geboren, wo er eine streng katholische Erziehung genoss. 1905 begann er seine militärische Laufbahn. Am 21. Oktober 1911 (daher sein Gedenktag) heiratete er Prinzessin Zita von Bourbon-Parma, die ihm in den folgenden zehn Jahren acht Kinder gebar.
Nach der Ermordung seines Onkels Franz Ferdinand 1914 stieg er zum Thronfolger auf, wurde jedoch kaum in politische Entscheidungen eingebunden. Im Ersten Weltkrieg unternahm er häufig Frontbesuche, 1916 wurde er Kommandierender General in Italien. Als Kaiser Franz Joseph I. am 21. November 1916 nach 68 Regierungsjahren starb, wurde Karl mitten im Krieg zum Kaiser von Österreich und (als Karl IV.) zum König von Ungarn ausgerufen.
Seine Bemühungen, den Krieg zu beenden und sein sterbendes Reich zu retten, scheiterten allesamt. Als er in Geheimverhandlungen mit den Ententemächten seine Friedensbereitschaft erkennen ließ und Frankreichs Anspruch auf Elsass und Lothringen anerkannte, erzürnte er den Bündnispartner Deutschland. Auch Versuche, in geheimen Gesprächen mit den USA einen Sonderfrieden herbeizuführen, erreichten das Gegenteil.
1918 brach die Donaumonarchie zusammen. Der Kaiser verzichtete im November 1918 in einer schriftlichen Erklärung auf die Ausübung seiner Regierungsgeschäfte sowohl in der österreichischen als auch ungarischen Reichshälfte und musste das Land verlassen. Nach zwei erfolglosen Versuchen, aus dem Schweizer Exil die Monarchie in Ungarn zu restaurieren, wurde er 1921 von den Siegermächten auf Lebenszeit auf die Atlantikinsel Madeira verbannt. Dort starb er in Funchal am 1. April 1922 infolge einer Lungenentzündung. Seine letzten Worte waren: »Mein Jesus, Dein Wille geschehe – Jesus.« Beigesetzt wurde Karl in der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte bei Funchal. (Seine Gemahlin Zita kehrte nach Europa zurück; österreichischen Boden durfte sie jedoch erstmals 1982 wieder betreten; sie starb 1989 im St.-Johannes-Stift in Zisers in der Schweiz und wurde in der Kaisergruft in Wien beigesetzt; ihr Herz wird im Kloster Muri in der Schweiz aufbewahrt; am 10. Dezember 2009 wurde das Seligsprechungsverfahren für sie eingeleitet.)
1954 wurde der Seligsprechungsprozess eingeleitet, der durch die »Kaiser-Karl-Gebetsliga für den Weltfrieden« wesentlichen Auftrieb erhielt. Am 3. Oktober 2004 sprach Papst Johannes Paul II. Österreichs letzten Kaiser nach der Prüfung des dazu notwendigen Wunders selig: Die in Brasilien wirkende polnische Ordensfrau Maria Zita Gradowska, die an einem als unheilbar geltenden Venenleiden litt, sei 1960 nach dem Gebet zu Karl von ihren Krampfadern geheilt worden. Mit der Seligsprechung, die aufgrund des Einsatzes von Giftgas unter Karl I. während des Ersten Weltkrieges nicht unumstritten war, bestätigte die katholische Kirche, dass Karl ein »vorbildlicher Christ, Ehemann, Familienvater und Herrscher« gewesen sei. Die unter seiner Herrschaft erlassenen sozialpolitischen Maßnahmen (wie die Schaffung der Ministerien für Soziale Fürsorge bzw. Volksgesundheit) haben jedenfalls die Monarchie überlebt.

Quelle: Herder-Verlag